Nationaler Notstand wegen Schweinegrippe

Die Schweinegrippe oder Grippe A ist eine Pandemie. Das ist bekannt. Besonders betroffen waren zunächst die USA und Mexiko.
Mittlerweile hat die Krankheit auch Argentinien mit aller Wucht getroffen, die offizielle Zahl der Schweinegrippe-Todesfälle hat sich in nur wenigen Tagen auf 46 erhöht. Von 100 000 Infizierten war am 03.Juli die Rede. Damit hat sich die Zahl der Erkrankten in wenigen Tagen verdoppelt.
Somit ist Argentinien nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) das weltweit am drittstärksten von der Epidemie betroffene Land.
Soweit die Zahlen. Interessant ist aber auch, wie die einzelnen Länder auf die Krise reagieren.
In Mexiko handelte die Regierung im April 2009 schnell und effizient. Es wurden zügig alle Großveranstaltungen abgesagt, Schulen und Universitäten, Theater, Museen wurden geschlossen; Fußballspiele wurden ohne Zuschauer ausgetragen. Die Regierung rief die Menschen auf, bei der Begrüßung auf Händeschütteln und Küsse zu verzichten und organisierte eine groß angelegte Impfkampangne.
In Argentinien lief es anders. Am 28. Juni waren Kongresswahlen. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde das Thema von der Regierung bagatellisiert, nach offiziellen Verlautungen gab es nur 2000 Fälle von Grippe A-Erkrankten. Man befürchtete wohl, die Regierung könnte durch die Wähler abgestraft werden.
Nun verlor die Kirchnerpartei dennoch stark. Seit Montag, dem 29. wurde auf Großalarm umgeschwenkt: Der nationale Notstand ist ausgerufen.

Sofort nach der Wahl trat die Gesundheitsministerin Ocaña zurück. Sie hatte sich nicht durchsetzen können mit ihrem Vorschlag, die Wahl wegen der Grippe zu verschieben.
Der neue Gesundheitsminister Manzur kündigte kurz nach seinem Amtseid die Bereitstellung von einer Milliarde Pesos (188 Millionen Euro) für die Bekämpfung der Epidemie an. Außerdem erhielten Schwangere die Erlaubnis, vorerst nicht zu Arbeit gehen zu müssen. Die Schulen werden landesweit ab kommendem Montag geschlossen bleiben. Die zweiwöchigen Winterferien der Südhalbkugel beginnen damit zwei Wochen früher und dauern nun insgesamt vier Wochen bis zum 3. August. Während sportliche Großveranstaltungen wie Fußballspiele vorerst weiter vor Publikum stattfinden sollen, wurde eine Messe für Kinderbücher kurzfristig abgesagt.
Die Präsidentin Christina Kirchner verkündete, dass die Schüler ihre Schulaufgaben über das Fernsehen erhalten sollen!!!!
Jetzt plötzlich bricht die große Panik aus, aber das Krisenmanagement ist (wie so oft) chaotisch.
Zur Begrüßung geküsst wird immer noch kräftig!!!!
Uns persönlich beschert die Grippe 10 Tage mehr Ferien, die wir nutzen, um noch einmal den Norden des Landes zu bereisen.

Bilder zum Thema aus:
http://www.lanacion.com.ar/nota.asp?nota_id=1146304&pid=6797928&toi=6258

3 Antworten zu “Nationaler Notstand wegen Schweinegrippe

  1. Eine Grippe, die Ferien verlängert kann ja wohl nicht nur böse sein…
    Grüsse aus der Heimat!

    • Nein, lieber Neffe,

      wir finden diese Grippe auch saugut!!!!!!

      Ich bin ja sowieso nicht so hysterisch.
      Nichts wie ab ins Abenteuer. Wir haben diesmal gar nicht gebucht und lassen uns einfach treiben.

      Aber langsam bekomme ich auch richtig Heimweh nach euch allen!!!

      Besos
      tú tiacita

  2. Hallo Heide,
    die Schweinegrippe hat auch Freiburg erreicht, wir haben an der Schule einige wenige Fälle. Einige Kinder sind bereits wieder genesen und in der Schule. die Kollegen nehmen es derzeit gelassen; keiner hat sich bisher impfen lassen, soweit ich weiß.

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